Einleitung

Alle Neuigkeiten, Informationen, Non-Sense und Reiseberichte aus der Ukraine, damit auch der "ferne" Westen auf dem Laufenden ist, was dem Kai in der Ukraine so alles passiert. Ich freue mich natürlich über Wortmeldungen, Lebenszeichen, Infomeldungen oder Anmerkungen von euch - per Email/ Skype/ Kommentarfunktion etc.

Montag, 20. September 2010

Party in der Kneipe

Oder: Viel Gljuck und viel Segen


Zweite Woche in der Schule – und schon der erste Geburtstag im Kollegium, den man mitfeiert. Am Freitag erhielt ich schon eine Einladung in die Kneipe zur Party. Eine Kollegin hatte Geburtstag, zwei andere klinkten sich ein, da sie in den Sommerferien Geburtstag hatten. So etwas nennt man schnelle Integration! Stattfinden sollte das Ganze am Montag in der Pause nach der zweiten Stunde; deshalb war ich auch etwas verwundert ob der Lokalität der „Party“.
Des Rätsels Lösung: Es gibt einen ungenutzten Raum in der Schule, der vom Deutsch-Kollegium für Besprechung oder sonstige Veranstaltungen genutzt wird – und dieser Raum wird „Kneipe“ genannt. Die Bedeutung des Raum-Namens ist dem Rest des Kollegiums nicht bekannt und ein „Insider“ unter den Deutschlehrerinnen.
Aus diesem Grund stand ich dann am Montag nach der zweiten Stunde mit den meisten meiner zwanzig Deutschkolleginnen in der „Kneipe“, zur Feier des Tages gab es auch zur frühen Stunde schon ein Plastikbecher mit einem Schlückchen Wein und natürlich Kuchen für alle. Den Geburtstagskindern wurde natürlich ein deutsches Ständchen gesungen, wobei bei mir – als einzigem Muttersprachler – die Aussprache ein ordentliches Schmunzeln bereitete. Sowohl im Russischen als auch im Ukrainischen gibt es die deutschen Umlaute nicht, das „ü“ lässt sich noch am ehesten mit dem kyrillischen Buchstaben „Ю“ vergleichen, der als „ju“ ausgesprochen wird. Wenn man nun inmitten von knapp 15 Deutschlehrerinnen steht und mehrfach ein „viel Gljuck und viel Segen“ entgegengeschmettert bekommt, ist es schwer, sich ein Grinsen zu verkneifen.
Übrigens ist die „Kneipe“ auch einer von zwei Räumen, die in der Auswahl stehen, mein „Kabinett“ zu werden. Kabinett ist hier das gängige Wort für Büro. Wenn die Kneipe mein Büro wird, bitte ich um Vorschläge per Email oder Kommentarfunktion, welchen Namen sie erhalten soll. „Bei Kai“ in Anlehnung an die einzig wahre Uedesheimer Gaststätte bringe ich dann ins Rennen, vielleicht hat noch jemand einen besseren Vorschlag für einen deutschen Namen? Bitte teilt ihn mir mit, schließlich haben die Vorschläge zum Blog-Titel auch einige feine Ideen hervorgebracht. Und diesem Blog kann etwas mehr Interaktivität sicherlich nicht schaden.
Ansonsten kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich hier mittlerweile voll angekommen bin. Ich bin auch schon Thema in der Schulleitung gewesen: Mehrere Schülerinnen aus der zehnten Klasse haben sich vor der obligatorischen Schutzimpfung gedrückt – mit dem Argument, dass heute der „deutsche Lehrer“ im Unterricht hospitiert. Dass ich natürlich niemandem verboten habe, den Unterricht für eine Schutzimpfung zu verlassen, weil ich hinten sitze und zuschaue, versteht sich von selbst und konnte dann auch schnell (und ohne mein Wissen) geklärt werden. Ich habe die Geschichte nämlich erst hinterher erfahren.

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