Einleitung

Alle Neuigkeiten, Informationen, Non-Sense und Reiseberichte aus der Ukraine, damit auch der "ferne" Westen auf dem Laufenden ist, was dem Kai in der Ukraine so alles passiert. Ich freue mich natürlich über Wortmeldungen, Lebenszeichen, Infomeldungen oder Anmerkungen von euch - per Email/ Skype/ Kommentarfunktion etc.

Sonntag, 13. März 2011

Tschüss, Saporoschje


Das letzte Mal durch den Flur der Schule laufen, das letzte Mal Unterricht, das letzte Mal in der Kantine Borsch essen, das letzte Mal den Kolleginnen nebenan auf Wiedersehen sagen, das letzte Mal das Licht im Klassenraum ausschalten, den Schlüssel am Eingang abgeben und mit der Marschrutka aus "Kitschkass" nach Hause fahren.
Heute Abend um 20.30 Uhr wird mein Zug nach Deutschland starten. Der Waggon fährt von Saporoschje (kommend aus Simferopol) bis nach Berlin durch. Ein letztes Mal in einen ukrainischen Zug steigen...
Die letzten Tage in der Schule waren schön, ich habe mich von meinen Klassen verabschiedet und natürlich auch von meinen Kolleginnen. Ich habe noch eine Liebeserklärung von einer Erstklässlerin erhalten und viele schöne Uraine-Souvenirs erhalten, bin am letzten Wochenende noch in Odessa gewesen, habe das Schwarze Meer mit Packeis gesehen und habe gedacht: So schnell gehen sechs Monate um.
Nach einem halben Jahr in einer Industriestadt in der Ostukraine heißt es nun "До свидания" (auf Wiedersehen) und "всего хорошего" (alles Gute). Nach 36 Stunden Fahrt werde ich Dienstagmorgen in Berlin ankommen und dann nachmittags nach Düsseldorf weiterfahren. "До встречи!"
Anbei noch ein paar Impressionen aus Saporoschje und wahrscheinlich kommen in nächster Zeit noch nachträglich ein paar Blog-Einträge, auch wenn ich schon in Deutschland sein sollte.
Das Notausgangs-Männchen in der Schule, von Schülerseite modifiziert.
Im Café "Politbüro".
Slawa und Sascha.

Die erst Klasse ;-)
Home, sweet home.
Das schwarze Meer in Odessa.

Donnerstag, 3. März 2011

Kai im ukrainischen Fernsehen

Oder: Die Vernissage "Ich habe einen Traum" / "Я мечтаю"


Es ist vollbracht! Mein Abschluss-Projekt an der Schule ist fertig und am Dienstag war eine höchst erfolgreiche Vernissage in der Schule. 150 Schüler, Eltern, Ehemalige und Auswärtige haben sich die Ausstellung zum Thema "Ich habe einen Traum" angeschaut. Die letzten Tage hatten viel Arbeit in sich, aber das Ergebnis lässt sich sehen. Alle Träume und Bilder gibt es auf der zugehörigen Homepage unter http://traumhaben.kjg-neuss.de - Anregungen, Ideen und Tipps gerne ins Gästebuch schreiben!
Und sogar das Fernsehen war da:









Mittwoch, 2. März 2011

Charkow

Oder: Zu kalt.

Der Freiheitsplatz - 12 Hektar und damit angeblich der größte Platz auf der Welt...
„In Charkow ist es gewöhnlich kälter als in Saporoschje.“ Diesen Hinweis hörte ich vor meiner Reise nach Charkow nicht nur einmal. In Saporoschje waren es da zwischen 15 und 20 Grad unter null, der Wetterbericht sagte aber, dass es keine großen Temperatur-Unterschiede zwichen den beiden Städten geben sollte.
Zu dritt – den Münsteraner Besuch Max traf ich in Charkow, dort war Bosch-Praktikant Matthias unser Gastgeber – wollten wir uns die Tatsache, dass ein rheinländischer Fußballverein den weiten Weg bis in die Ukraine aufgenommen hatte, natürlich nicht entgehen lassen. Dies war zudem ein gegebener Anlass, um sich die ehemalige Hauptstadt der Sowjet-Ukraine anzusehen.
Taras Schewschenko.
Die Begrüßung im Charkower Bahnhof, dort traf ich mich mit Max, viel recht rüde aus: „Horch, horch, man hört fremde Stimmen“, dachte sich wahrscheinlich die Miliz und nahm das zum Anlass, um uns dort nach fünf Minuten gemeinsamer Anwesenheit zu kontrollieren. Max wurde dann vor dem Bahnhof auch noch von einem Taxifahrer für seine miese Fußbekleidung sehr herzlich, aber zurecht, ausgelacht.
Dann behielten wie so oft bei Bauernweisheiten auch alle Ankündigungen aus Saporoschje hier ihr Recht: Ich habe in meinem Leben noch nie so stark gefroren wie in Charkow. Beim Einatmen durch die Nase entwickelten sich kleine Eisklumpen und in der Straßenbahn gefror der Atem direkt an der Scheibe. Dieser Kälte begegneten wir zwischen gut ausgestattet (lange Unterhosen und dicke Kleidung – Matthias und ich) und schlecht ausgestattet (löchrige Chucks an den Füßen – Max), aber bei dieser fiesen Luftfeuchtigkeit gepaart mit Minustemperaturen versagte auch meine bisher standhafte Winterkleidung.
Das ehemals größte Gebäude der Welt.
Ansonsten unterscheidet sich Charkow nicht groß von vielen anderen ukrainischen Städten, dieselben Straßenbahnen und viel sowjetische Standard-Architektur, die hier aber vom (angeblich) größten Platz der Welt gekrönt wird. Laut Reiseführer könnten hier „mehrere Armeen bequem aneinander vorbei marschieren“, der lokale Rummel wirkt „nur wie ein Fliegenschiss“ und der Platz ist wie „ein schwarzes Loch, in dem alles verschwindet“. Ganz so schlimm ist es vielleicht nicht, aber schön auch nicht. Am Platz steht dann auch das ehemals größte Gebäude der Welt: Kann man sich angucken, muss man aber nicht. Ebenso wie die zahlreichen Kriegsgeräte (Panzer, Flaks etc.), die in der Stadt als Denkmäler stehen. Vielleicht noch erwähnenswert: Charkow besaß die größte Traktorenfabrik der Sowjetunion, die sogar eine eigene U-Bahn-Station hat. Viel angeguckt haben wir uns aber nicht, dafür war es einfach zu kalt.

Matthias bloggt auch: http://muellhouse.wordpress.com/

Waldemar Hartmann hat einen Nebenjob als ukrainischer Pop-Sänger.