Oder: Interkulturelle Kommunikation
Nicht nur 12 Stunden Unterricht in der Woche sind meine Aufgabe hier in Saporoschje - auch die Durchführung eines selbstgewählten Projektes. Ich habe mich für ein Fotoprojekt entschieden - und führe dies zurzeit mit einigen SchülerInnen der zehnten Klasse durch. In diesem Auftrag war ich mit einigen der Schüler in Saporoschje unterwegs, um zu fotografieren. Dabei lief mir folgendes Motiv über den Weg:
Ich musste herzlich lachen, als ich gegenüber des Lenin-Denkmals dieses Geschäft sah, ist der "Kärcher" doch die Inkarnation von deutscher Qualitätsarbeit, Männlichkeit, Kraft, Präzision und tausend anderer toller Eigenschaften. Meine Schüler konnten natürlich überhaupt nicht verstehen, warum ich schmunzeln musste. Aber allein die Tatsache, dass man 2.700 km gen Osten fährt, um in der Saporoschjer Innenstadt das Kärcher-Geschäft zu finden, ließ sie mein Lachen verstehen.
Ein paar Meter weiter, an der Häuserecke vorbei, mussten dann allerdings meine Schüler herzlich lachen. Warum? Ich dachte natürlich: "Ha, da fehlen ein paar Buchstaben."
Und wenn wir schonmal beim Thema sind: Ein weiteres Vulgärwort mit derselben Bedeutung gibt es im Russischen auch noch, nämlich "hui". Das wird genauso ausgesprochen, wie wenn man im Deutschen eine schnelle Bewegung vertont. Folgende Geschichte stammt aus erster Hand: Der deutsche Vater, der auf einem Spielplatz in Russland mit seinem Kind spielte und beim Schaukeln genau dieses Wort bei jedem Anschubsen sagte, sorgte für großes Entsetzen und einem Beinahe-Polizeianruf bei den anderen Familien, die ebenfalls auf diesem Spielplatz saßen. Irgendwann kam seine (russische) Frau, bemerkte den Schlamassel und machte sich mit Mann und Kind schnell auf den Weg nach Hause.


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