Oder: Blauer Himmel, blaues Meer
 |
| Jalta. |
Herbstferien – ein Grund, um flügge zu werden. Nachdem ich mich nun schon einige Wochen im harten Alltagsleben befunden habe, waren die Schulferien ein triftiger Anlass, um die Ukraine zu erkunden und Saporoschje für einige Tage zu verlassen. Da sich sowohl eine Kollegin als auch ein Kollege auf der Krim angeboten hatten mich aufzunehmen, war das Ziel schnell auserkoren. Von Saporoschje ging es mit dem Zug in nur fünf Stunden – was für die Ukraine eine Zugverbindung nahe der Lichtgeschwindigkeit bedeutet – die knapp 500 km nach Simferopol gen Süden. Simferopol ist die Hauptstadt der Krim, knapp 350.000 wohnen hier im Zentrum der Halbinsel inmitten der Steppe. Die Landschaft rund um Simferopol hat wenig zu bieten, aber man gelangt schnell ins Gebirge und auch ans Meer. In Jalta beispielsweise werden diese begehrten Urlaubskomponenten sogar miteinander verbunden. Es gibt eine tolle Uferpromenade, blaues Meer vor hohen Bergen und das obligatorische Lenin-Denkmal (gerahmt von Palmen!) wird von McDonalds geleitet. Mein erstes Mal McDonalds in der Ukraine war dann auch fällig: Es schmeckt haargenau wie in Deutschland, der BigMäc-Index gibt aber einen deutlich besseren Preis an: 2,80 € für ein Maxi-Menü.
 |
| Unten links Onkel Lenin, oben rechts Tante M. |
Nun war ich nicht auf die Krim gereist, um McDonalds zu essen – denn es gibt viel mehr hier. Die Krim ist schon lange ein Siedlungspunkt gewesen und viele Städte hier sind deutlich mehr als 2000 Jahre alt. Unter anderem gibt es hier kulturelle Spuren der Taurier, Römer, Byzantiner, Goten, Hunnen, Chasaren, Italiener, Deutschen, Skythen, Griechen, Russen und Tataren. Außerdem ist die Krim im zweiten Weltkrieg heißbegehrt gewesen, Hitler wollte sogar ein Autobahn von Berlin bis dieser Halbinsel bauen. Dementsprechend grausam waren die deutsch-sowjetischen Kämpfe um die wichtigen Städte hier – und heute ist die Krim für den russischen Flottenstützpunkt in Sewastopol bekannt,
für den sich vor einigen Monaten noch im ukrainischen Parlament geprügelt worden ist. Die Krim ist also kulturell heterogen und bietet schon allein kulinarisch einige (mir bis dahin) unbekannte Dinge – ich war tatarisch, ukrainisch und sogar karaimisch essen. Die Krimtataren sind eine muslimische Bevölkerungsgruppe, die Karaimen eine jüdisch-türkische (sic!) Gemeinschaft. Und auch die Russen haben die Krim geprägt, die Zarenfamilie erbaute eine Sommerresidenz in Jalta, der Liwadia-Palast. Dort fand im Februar 1945 die Jalta-Konferenz statt. Hört sich spektakulär an, ist es aber nicht unbedingt. Zwar steht noch der runde Tisch, an dem Stalin, Churchill und Roosevelt Platz genommen haben, von damals im Palast, der Rest ist aber eher eine Touristen-Falle.
 |
| Blick von Liwadia. |
Dafür ist das Meer traumhaft – egal, ob in Jalta, Sewastopol oder Jewpatoria. Das Schwarze Meer müsste eigentlich Blaues Meer heißen. Die komplette Woche hatte ich Sonnenschein pur bei blauem Himmel, blauem Wasser, Strand und sogar Palmen – allerdings bei nur 10°, der Herbst geht bald in den Winter über.
 |
| Sewastopol. |
 |
| Moschee in Jewpatoria. |
 |
| Granatäpfel auf dem Markt. |
 |
| Honig auf dem Markt. |
oh mann, jetzt hab ich fernweh, danke danke
AntwortenLöschenZu dem Video fällt mir nur eins ein: PYROTECHNIK IST KEIN VERBRECHEN ;)
AntwortenLöschenUrlaub müsste man haben. Sieht ja echt einladend aus das Meer. Und das Wort "karaimisch" ordne ich unter Erweiterung meines Wortschatzes ein *fg*
AntwortenLöschenLG!
die bilder von den äpfeln und dem honig sind ja toll! (ich hab hunger)
AntwortenLöschen