Oder: Quantität ist nicht gleich Qualität
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| Der große Biertest - Teil 1: Man kaufe ein. |
Alles, was ein Bier braucht – das wären in Deutschland nur die drei Reinheitsgebot-Zutaten Wasser, Hopfen und Malz. Dieses Gebot gilt in der Ukraine allerdings nicht. Erfreulich ist, dass diese Tatsache nichts an der Qualität und Auswahl der Biere hier ändert. Nach einer langen, intensiven und ausführlichen Testreihe können an dieser Stelle die besten Biere aus dem ukrainischen Supermarkt um die Ecke präsentiert werden.
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| Der große Biertest - Teil 2: Man bezahle. |
Vorneweg: Die Bier-Auswahl eines durchschnittlichen ukrainischen Supermarktes lässt die Anzahl der verkauften Biersorten im 08/15-Rewe in Neuss (vorzugsweise Grimlinghausen, besticht vor allem durch reizende Verkäuferinnen) oder auch Münster schlecht aussehen. Die Fülle des Bierregals steht der Fülle des Wodkaregals hier in nichts nach. Für den deutschen Bierkäufer abschreckend: Das Bierangebot ist nicht nur an erwerbbaren Sorten breit, sondern auch an Abfüllbehältnissen. Zur Auswahl steht nicht nur die 0,5-Glasflasche, sondern auch die 1-Liter-Plastikflasche, die 2-Liter-Plastikflasche und die altbewährte 0,5-Alu-Dose. Aus dem ukrainischen Straßenbild ist vor allem die Plastikflasche nicht wegzudenken, da sich hier das Preis-Leistungsverhältnis dem landesweiten Durchschnittseinkommen am ehesten – aber nicht asymptotisch – anpasst. Für absolute Schnäppchenjäger und Bierbevorrater gibt es dann auch noch den 2-Liter-Plastikflaschen-Sechserträger zum Tieffliegerpreis. Dass Quantität aber keine kausalen Zusammenhang mit Qualität hat, weiß schon jedes Kind:
Aus diesem Grund muss man sich natürlich selber von dem Können ukrainischer Bierbrauer überzeugen. Gesagt – getan. Und da alleine-Bier-trinken ja bekanntlich nicht nur dick, sondern auch doof macht, tut sich eine Verköstigung doch in Gemeinschaft am besten an. Dass die folgende Listung objektiven Kriterien natürlich schwer genügen kann, ist klar. Intersubjektivität ist hier das Schlagwort: Bier für Bier anhand dergleichen subjektiven Kriterien getestet ergibt nahezu Objektivität. Aber das Platon’sche Höhlengleichnis im Hinterkopf macht bewusst: Reine Objektivität existiert nicht, wir sind alle Opfer unseres Bierdurstes und unseres Bierdunstes. Wieviel erkenntnistheoretische Erleuchtungen unter dem Einfluss von Hopfen-Malz-Schorle entstanden sind, wäre sicherlich eine Untersuchung wert. Allen Epistemologen zum Trotz nun die „Top Fünf“, wie in sehenswerten Ranking-Shows deutscher Privatsender zum Spannungsaufbau in umgekehrter Reihenfolge präsentiert:
5. Platz: Alter Müller („старый мельник“) (russisch)
4. Platz: Baltika 3 („Балтика 3“) (russisch)
3. Platz: Goldenes Fässchen („Золотая бочка“) (russisch)
2. Platz: Baltika 7 („Балтика 7“) (russisch)
1. Platz: Etalon Weizenbier („Пшеничне Еталон“) (ukrainisch)
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| Zum Vergleich: Die Wodka-Abteilung im Supermarkt. Hier werde ich mich nicht durchprobieren... (Übrigens ist der Wodka auf der Palette in der Mitte ein Angebot: Der halbe Liter für 2 €.) |




Auf die Hopfen-Malz-Schorle!!!
AntwortenLöschenSkal, Thore
...der Pappaufsteller erinnert micht irgendwie an einen gewissen Bauchcontest während der Fressorgie bei Abo..und Sven läut nur noch mit sonderbaren Brillen durch die Gegend...und wir kriegen eine ostfriesische Zwischenmieterin - Norden besiegt Rheinland, würde ich sagen...Wann kommst du wieder?
AntwortenLöschenChristdemokratische Grüße von Frau Breör
@KB:
AntwortenLöschenWas heißt hier sonderbar? Das nennt man "Style". Will ja nicht erblinden.
"Goldenes Fässchen" hat auch unseren Test heute in Kiew bestanden. Allerdings war es als ukrainisches Bier ausgewiesen.
AntwortenLöschenGrüße aus Kiew,
Anna
Malz klingt immer gut :)
AntwortenLöschendie Malzkorn, Gruß von hier nach dort...