Einleitung

Alle Neuigkeiten, Informationen, Non-Sense und Reiseberichte aus der Ukraine, damit auch der "ferne" Westen auf dem Laufenden ist, was dem Kai in der Ukraine so alles passiert. Ich freue mich natürlich über Wortmeldungen, Lebenszeichen, Infomeldungen oder Anmerkungen von euch - per Email/ Skype/ Kommentarfunktion etc.

Freitag, 21. Januar 2011

Auf der Post


Oder: Auf der Suche nach dem verlorenen Paket

Das obere Paket war mal ein gerader, unbeschadeter Kopierpapier-Karton...

Wenn man schon ein Bahnticket nicht dort bekommt, wo man es erwartet – wie ist das dann eigentlich mit einem Paket, dass auf der Post wartet, weil man nicht da war, als es kam? Es ist jedenfalls nicht einfach, aber irgendwie und irgendwann funktioniert es...
Schon seit Dezember erwartete ich zwei Pakete – eins aus Deutschland, eins aus Rumänien. In der Schule bekam ich dann im neuen Jahr zwei Erinnerungs-Zettel in die Hand gedrückt, denn die Post war da, aber der Kai nicht. Ein Nachbar oder eine andere Person kann ein solches Paket übrigens nicht annehmen, denn die Abgabe erfolgt hier nur gegen Pass.
Dass das Paket bei der Poststelle direkt neben der Schule auf mich warten würde, wäre natürlich zu einfach gewesen. Nein, am „Lenin-Prospekt 6 b“ wartete es auf mich (also im Stadtzentrum). Da ich mich mit den Hausnummern nicht auskenne und nicht jedes Haus be-nummert ist, ging es erst zur Post am Lenin-Prospekt bei meiner Wohnung um die Ecke. Dort die Auskunft: „Nein, hier nicht. Aber rufen Sie doch einfach bei der Telefonnummer auf dem Zettel an.“ Die Zentral-Post – Variante 2 – ist auch nah an meiner Wohnung; der nächste Gang führte dorthin. Auskunft: „Nein, hier nicht. Da müssen Sie zur Post am Bahnhof.“ Der ist allerdings fast 10 km von meiner Wohnung entfernt, liegt allerdings immer noch am Lenin-Prospekt – denn der ist ja nicht umsonst die angeblich längste Allee Europas. Also ging es zum Bahnhof.
In der dortigen Postfiliale wirkte schon alles etwas zu klein – die passende Auskunft von der Frau am Schalter: „Nein, hier nicht.“ Den Rest verstand ich nur soweit, dass das Ziel aber direkt in der Nähe sein müsste, bei einem „Schlagbaum“ (das Wort gibt es tatsächlich im Russischen und bedeutet Schranke). Und dann ging alles ganz schnell: Eine große Tür zum Keller öffnete sich, eine zweite Frau kam heraus, nahm mir meine beiden Erinnerungszettelchen ab und eine dritte Frau schnappte mich am Arm und führte mich aus dem Laden und draußen um die Ecke. Dann stand ich auf dem Innenhof der Post-Anlieferung – ohne Zettel und ohne Ahnung. In einer dunklen Ecke des Hofes probierte ich dann eine Tür aus und stand in der Briefsortierung – oder irgendetwas Ähnlichem. Kleine Waggons mit Paketen drin, Frauen mit großen weißen Briefsäcken, Gitter, hinter denen Pakete standen. Dort wurde ich erst einmal doof angeschaut und ich schaute sicherlich ebenso verwundert.
Nach einigen irritierten Sekunden kam dann aber die Frau, die im Keller verschwunden war, mit meinem beiden Zetteln in der Hand hinter einer Ecke hervor. Nachdem ich dann zwei Zettel mit meiner Pass-Nummer, meiner hiesigen Adresse und der ausstellenden Behörde des Passes (Feststellung: Ausweise mit lateinischer Beschriftung sind mit kyrillischen Formularen nicht vereinbar) beschriftet hatte, durfte ich noch 2,80 € für irgendwas dalassen und wurde dann in einen Raum geführt, in dem meine Pakete warteten.
Nun bin ich im Besitz von rumänischem Bier und auch eine Flasche Kölsch hat mich erreicht. Leider hat der ukrainische Zoll zugeschlagen und das original eingekochte Uedesheimer Büttgen-Mett wurde beschlagnahmt. Aber ich kann froh sein: Nicht selten werden Pakete einfach wieder nach Deutschland zurückgeschickt.

1 Kommentar:

  1. Sven hats raus26.01.2011, 11:19:00

    Also erstmal: orginal Uedesheimer Büttgen-Mett??? Naja warum nicht ;) Und das Bier in der Ukraine ist doch gut, da brauch man doch nicht das wässrige Kölsch! Außerdem haste bestimmt noch nicht alle durch!
    Der Postbote in deiner Schule hat sich ja auch total gewundert, dass in Deutschland die Nachbarn die Pakete annehmen, oder der WG Mitbewohner. Und das OHNE Ausweis. Bei dem is glaub ich ne Welt zusammengebrochen ;)

    naja... du siehst ich drück mich wieder vorm lernen... machet besser! Sehn uns dann ja nach CR!

    greetz

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