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Alle Neuigkeiten, Informationen, Non-Sense und Reiseberichte aus der Ukraine, damit auch der "ferne" Westen auf dem Laufenden ist, was dem Kai in der Ukraine so alles passiert. Ich freue mich natürlich über Wortmeldungen, Lebenszeichen, Infomeldungen oder Anmerkungen von euch - per Email/ Skype/ Kommentarfunktion etc.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Saporoschje – Warschau und zurück (III)

Oder: Milchbar und Cotlet Club

Ein Hinterhof in der Warschauer Altstadt.
Und noch einmal die Warschauer Altstadt.
Das Weichselufer am Abend.

„Von Osten kommend ragt diese Stadt einem schimmernden Vorposten der Zivilisation gleich aus der eurasischen Landmasse auf. Es ist besser von jenseits zu kommen, wenn man mich fragt. (...) Aber nichts gegen Warschau.“ Das schrieb mein Münsteraner WG-Mitbewohner und Osteuropa-Kenner Moses auf meine Bitte, ein paar Tipps zu Warschau zu nennen.
Und wie Recht er hat: Die ersten zwei Stunden in Warschau: Umwerfend. Nach drei Monaten Ukraine ist man nahezu überwältigt, wenn es keine Löcher in den Straßen gibt, an den Bus- und Tramhaltestellen Fahrpläne hängen und Schilder sind, die zeigen, welche Linien halten. Straßenschilder sind auch etwas, dass man fast vergessen hat und Personen, mit denen man auch auf Englisch kommunizieren kann, gibt es in Warschau vermutlich mehr als in der gesamten Ukraine. Aber auch für Besucher, die nicht aus dem Osten, sondern aus dem Westen anreisen, ist Warschau eine Reise wert.

Warschau vom Kulturpalast aus gesehen.
Mit den fünf TeilnehmerInnen des Regionaltreffens aus Estland, Lettland, Polen und Tschechien – die allesamt wie ich Deutsch in ihren Einsatzländern unterrichten – machten wir uns auf, Warschau zu erkunden. Die zerstörte Altstadt haben die Warschauer nach dem Zweiten Weltkrieg komplett wiederaufgebaut. Die kleinen Straßen und verwinkelten Gassen wirken nicht, als ob sie tatsächlich erst nach 1945 entstanden sind – aber das denkt man beim Münsteraner Prinzipalmarkt ja auch nicht. Eine Fahrt auf die Spitze des Kulturpalastes, der wie eine kleine Kopie des Empire-State-Buildings aussieht, lässt einen tollen Blick auf Warschau zu (aber auch nur, wenn es nicht diesig ist). Von dort kann man auch das EM-Stadion sehen, an dem noch fleißig gewerkelt wird. Ebenfalls kann man bis zu einem Stadtteil auf dem anderen Weichsel-Ufer blicken, der den Namen „Praga“ trägt. Man muss also nicht bis nach Tschechien reisen, um dort gewesen zu sein. Und auch kulinarisch kommt man in Warschau nicht zu kurz – polnisches Bier ist gut, lokale Speisen bekommt man in den „Milchbars“, tollen Kakao gibt es auch und der „Cotlet Club“ ist allein schon wegen seines Namens einen Besuch wert.

Das EM-Stadion.
Und dann gab es für mich auch den ersten Schnee in diesem Jahr. Während es in der Ukraine untypisch warm ist und Saporoschje sich standhaft gegen jede Form von Kälte wehrt (den Ausreißer Anfang Oktober ausgenommen), fielen die weißen Flocken ordentlich vom Warschauer Himmel. Mütze, Schal und Handschuhe mussten also auch das erste Mal in diesem Winter ausgepackt werden.


Schneetreiben auf der Straße mit dem schönen Namen "Neue Welt".

Auf Polnisch heißt der Weihnachtsmarkt "Jarmark". In Warschau gabs dann auch den ersten Glühewein der Saison.
Sympathische Stadt - hier läuft das Bier sogar durch die Gegend.

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